Skip to content

Verlag Barrikade unterstützt Filmprojekt zur Geschichte der Kollektivierungen

Januar 24, 2013

cropped-c-05s-09n-151

Im Juni 2012 fanden sich in Spanien libertäre Filmemacher zusammen, die eine Dokumentation über die selbstorganisierten Kollektive während der sozialen Revolution von 1936 bis 1939 erstellen wollen. Die Arbeiten an dem Film mit dem Titel „Economia collectiva – L’última Revolució d’Europa“ („Kollektivierte Ökonomie – die letzte Revolution in Europa“) sollen bis März fertiggestellt werden. Seine Uraufführung soll ebenfalls im März in Barcelona stattfinden.

Die durch die soziale Revolution ermöglichten Kollektivierungen stellen bis heute eine der radikalsten und innovativsten Veränderungen des 20. Jahrhunderts dar. Nicht der Staat oder Kapitalisten bestimmten fortan über Arbeitsbedingungen und Produktion, sondern die Arbeiter und Bauern selber. Die Kollektivierungen umfassten nahezu alle Bereiche der Gesellschaft: Werkstätten, Kaufhäuser, Friseurläden, Kinos, Krankenhäuser etc. In Katalonien wurden zudem so bedeutende Groß-Unternehmen wie die „Telefonica“, „General Motors“, „Campsa“, „Construcciones Aeronauticas“, die Wasserversorgung von Barcelona („Aguas de Barcelona“), die Bierbrauerei Damm sowie der öffentliche Transport von den Arbeitenden in Selbstverwaltung übernommen und die Tätigkeiten gemeinschaftlich organisiert. Insgesamt wurden über 11.000 Unternehmen kollektiviert.

In einer Selbstdarstellung erklären die Initiatoren des Filmprojekts, weshalb sie an diesen Ereignissen interessiert sind. Sie schreiben:

  • Sie erzählen die Geschichte eines einzigartigen Ereignisses in der Welt, das von den Mächtigen verschwiegen wurde.
  • Weil einige ihrer Protagonisten noch am Leben sind.
  • Weil sie ein wichtiger Referenzpunkt für all jene sein sollten, die sozialen Wandel herbeiführen wollen.
  • Weil es unmöglich ist, ohne das Bewusstsein über diese Ereignisse die letzten 75 Jahre unserer Geschichte zu verstehen.

Die Dokumentation soll folgende Fragen klären:

Was war die wirkliche Einzigartigkeit der Kollektivierungen und Sozialisierungen?

Wer stand hinter der Einführung der Kollektive? Wer war gegen sie?

Welche Rolle spielten die Enteigneten? Der Staat, die Banken und das internationale Kapital?

Wie funktioniert eine direkte Demokratie mit 3 Millionen Arbeitern?

Was war effizienter? Die Arbeiterkontrolle (Selbstverwaltung) oder das Management durch Geschäftsleute und Politiker?

Das Filmprojekt wird weder von öffentlichen noch privaten Institutionen finanziell unterstützt, sondern finanziert sich komplett durch Spenden. Der Verlag Barrikade unterstützte die Dokumentation im Dezember 2012 mit einer Spende von 100 Euro und wird bei der Filmpremiere anwesend sein. Zu exakt diesem Themenkomplex der Kollektivierungen erschienen im Dezember 2012 in einer vom Verlag besorgten Neuauflage die Erlebnisberichte von Augustin Souchy und Erich Gerlach: „Die soziale Revolution in Spanien 1936-1939. Dokumente und Selbstdarstellungen der Arbeiter und Bauern.“

Offizielle Seite des Films (spanisch/katalanisch)

Informationen zum Buch „Die soziale Revolution in Spanien 1936-1939“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: