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Unsere Bücher

kniestedt-erinnerungen-umschlag_seite_1Reihe: Biografien und Erinnerungen #1 – Friedrich Kniestedt: Fuchsfeuerwild – Erinnerungen eines anarchistischen Auswanderers nach Rio Grande do Sul.

Dies ist ein Deutsch-brasilianisches Geschichtsbuch – die Erinnerungen eines anarchistischen Agitators und Organisators in Rio Grande do Sul, der über seinen Kampf gegen die versumpfende Sozialdemokratie im deutschen Kaiserreich berichtet, seine Erfahrungen als deutscher Emigrant in Südbrasilien Revue passieren läßt, über seine gewerkschaftlichen Aktivitäten als Anarchosyndikalist erzählt und seinen Kampf gegen die Nazis in Brasilien und gegen das Tausendjährige Reich Hitlers dokumentiert.

Umfang: 232 Seiten (Format 165 x 235 mm) – empfohlener Verkaufspreis: 18 €uro (keine Buchpreisbindung!)

Leseproben:

Als anarchistischer Gewerkschafter in Deutschland – 1910:

[13.] Lippspringe am Jordan war bereits 1900 eine bekannte Luftheilstätte. Es war durch seine Schwefelquellen in der Saison bei Kranken als Kurgäste stark begehrt. Es ist begreiflich, dass das Leben für einen Arbeiter teuer war. Wir aus der Bürsten-Abteilung verdienten nicht schlecht, von den Hilfsarbeitern kann man das nicht sagen. Lippspringe liegt am Ausläufer das Teutoburger Waldes, wir hatten bis zur Grenze des Fürstentum Lippe etwa zwei Stunden. Die Lebensmittel waren in Lippe bedeutend biliger als in Lippspringe, und so ging es denn jeden Zahltag auf verbotenen Wegen über die Grenze, um dortselbst alle notwendigen Lebensbedürfnisse zu decken. Die ganze Arbeiterbevölkerung betrieb diesen Schmuggel. Lippspringe gehörte zum Wahlkreis Paderborn. Natürlich war auch hier das Zentrum Trumpf. Eine Arbeiterbewegung bestand nicht. Wir gehörten als Holzarbeiter zur Zahlstelle Lippstadt. In Salzkotten, einer Bahnstation zwischen Paderborn und Lippstadt, hatte man zwei Metallwarenfabriken errichtet. Bei einer Gesamtzahl von über  200 Arbeitern waren etwa 30 Spezialarbeiter beschäftigt, welche den Verhältnissen entsprechend besser bezahlt wurden. Wir gründeten in Lippspringe eine Agitationsgruppe. Dasselbe geschah in Salzkotten und später auch in Paderborn. Jeden Monat hielten wir eine Versammlung ab, und zwar immer abwechelnd in Paderborn, Lippspringe oder Salzkotten, an denen auch Gesinnungsfreunde aus Alten- und Neuenbeken teilnahmen. In allen diesen Versammlungen – welche immer im Freien stattfanden, denn Lokale standen uns in dieser schwarzen Ecke nicht zur Verfügung – hielt ich Vorträge, an die sich immer lebhafte Diskussionen anschlossen. Im April schufen wir ein Zentralkomitee dieser losen Gruppen. Am 1.Mai 1901 veranstalteten wir eine Maifeier. Aus Paderborn, Salzkotten, Alten- und Neuenbeken waren Gruppen Arbeitern, zum Teil mit Frauen und Kindern, gekommen, um mit uns zusammen im Kurpark von Lippspringe den ersten Mai zu feiern. Ich brauche wohl nicht zu betonen, dass dies für diesen Ort eine Sensation war. Wir waren über 60 Personen. Zuerst besichtigten wir die Badeanlagen, dann lagerten wir uns in einem an den Kurpark angrenzenden Wald. Ich benutzte einen kleinen Hügel als Rednertribüne und spach über die Bedeutung des Ersten Mai. Als ich mit meiner Rede begann, waren wir etwa 60 Personen. Als ich nach über einer Stunde Schluss machte, hatten sich weit über hundert Badegäste eingefunden, welche mit grossem Interesse dem Vortrage gefolgt waren. Es war das die eindrucksvollste Maifeier, welche ich in meinen ganzen Leben mitgemacht habe. Am 3. Mai wurde ich von zwei Polizeibeamten aus der Fabrik abgeholt und nach Paderborn eingeliefert. Der Leiter der christlichen Bodelschwingschen Mädchen-Erziehungs-Anstalt hatte uns denunziert. Wahrscheinlich hatte der Mann die Absicht, auch an mir, wie an den armen eingelieferten Kindern im grauen Hause von Lippspringe, ein Exempel zu statuieren. Der christliche Herr hatte aber wenig Glück. Er war nicht wenig erstaunt, als ich am 4. Mai wohlbehalten wieder in Lippspringe ankam. (Seite 39/49)

Als anarchosyndikalistischer Aktivist in Porto Alegre, Brasilien – 1918:

[58.] Die deutschen Vereine von Porto Alegre blühten in diesen Jahren aus lauter Furcht, im verborgenen. So mancher Held stellte sein nationales Licht unter den bekannten Scheffel und zeigte sich als Brasilianer. An den deutschen Häusern prangte das bezeichnende Schild: «Esta casa ô brasileira» (dieses Haus ist brasilianisch). Die beiden deutschen Zeitungen erschienen in der Landessprache. Ein Beispiel von Mut: Der Hotelbesitzer Schmidt hatte, als man sein Hotel anbrannte, auf diese Leute  geschossen, er wurde verhaftet und später verurteilt. Die Führer der Deutschen beeilten sich öffentlich zu erklären, der Hotelbesitzer Schmidt sei kein Deutscher, wir deutschen Helden verurteilen aus lauter Feigheit das Verhalten von Schmidt, also wir lassen ihn fallen.

In dieser Zeit war es nur der Allgemeine Arbeiter-Verein, der den Mut besass, Farbe zu bekennen, ungeachtet aller nazistischen Strömungen. Wie bereits bemerkt, waren die Streiks 1918 zu Gunsten der Arbeiter verlaufen. Vor allen waren es die Syndikate, die der União Geral dos Trabalhadores angeschlossen waren. Die Federação hatte ihr Lokal nach der

Avenida Bom Fim verlegt. Dadurch, dass die UGT gegründet worden war, hatte die Federação bedeutend an Mitgliedern verloren. Leiter war zu jener Zeit der Schneider Collin, der im Namen der Federação eine Verschmelzung dieser Vereinigung mit der UGT beantragte. Nach etwa zweimonatigen Verhandlungen, kam die Verschmelzung zustande. Der Name Federação Operária wurde beibehalten und das Statut der UGT übernommen. Damit wurde die Federação zu einer anarcho-syndikalistischen Vereinigung. In die Verwaltung wurden ernannt: 1. Sekretär, Orlando Martins, Schriftsetzer; 2. Sekretär, Francisco Duarte, Zimmermann; Kassierer, Fr. Kniestedt, Bürstenmacher. Diesen Posten bekleidete ich über acht Jahre. Nachdem wir mit der Reorganisation fertig waren, gründeten wir als Organ der Federação den O Syndikalista. Für die Redaktion verantwortlich zeichneten Polydoro dos Santos und Orlando Martins, Kassierer war ich. Am 1. Mai 1918 erschien die erste Nummer. Natürlich habe ich für diese Zeitung viele Artikel geschrieben, die mich des öfteren mit der Polizei im Konflikt brachten. Da ich in der Landessprache nicht, wie notwendig, firm war, mussten alle meine Arbeiten aus dem Deutschen ins Portugiesische übersetzt werden, was damals in der korrektesten Weise von einem Redakteur, Hans Grimm, gegen Bezahlung besorgt wurde. Die Liga Operária, also die rein anarchistische Vereinigung, hatte ihre Sitzungen in meiner Wohnung, Rua Tiradentes. Hier hatten wir eine kleine Druckerei eingerichtet, in der neben Flugblättern einige Nummern der Zeitung A Luta hergestellt wurden. (Seite 147)

faud-1931Agitationsheft # 2 „Mit uns voran! Unser Weg!“

Am 1. August 2013 erschien als 2. Agitationsheft die FAUD-Broschüre Mit uns voran! aus dem Jahre 1931 mit einem ausführlichen Nachwort des Genossen Helge Döhring zu den Aktivitäten rund um die FAUD-Werbewochen 1931, für die die Broschüre produziert wurde.

Mit uns voran!

• Unser Weg

• Prinzipienerklärung des Anarcho-Syndikalismus

• Organisationsstatut der FAUD (A.-S.)

• Nachwort Helge Döhring mit Grafiken aus der Werbekampagne der FAUD

Im Originalformat A6, 64 Seiten, Umschlag vierfarbig

Die Auflage beträgt 500 Expl., der Verkaufspreis ist 1 €/Einzelheft zuzügl. Porto (1,- €)

Für Mehrfachbezieher/innen bieten wir natürlich bessere Konditionen an:

10 Stück …. 10 €uro inkl. Porto

50 Stück …. 30 €uro inkl. Porto

Sonderkonditionen gibt es natürlich auch bei der Abnahme der FAUD- und der SAJD-Broschüre; auch das Souchy|Gerlach-Buch kann bei einer Sammelbestellung preiswert angeboten werden. Einfach mal nachfragen. Lieferung erfolgt gegen Vorkasse oder Rechnung (14 Tage Zahlungsziel)

SAJD-Freiheitskampf  - CoverAgitationsheft # 1 „Das Programm der Syndikalistisch-Anarchistischen Jugend (S.A.J.D.)“

Das Programm der Syndikalistisch-Anarchistischen Jugend (S.A.J.D.)

Reprint von 1932

mit einem Vor- und Nachwort von Emmelie Öden

„Der vorliegende Text erschien als Broschüre der SAJD und sollte ihr als Werbung unter der arbeitenden Jugend dienen. Das genaue Erscheinungsdatum ist nicht bekannt, es lässt sich jedoch dank einiger Anzeigen in „Der Syndikalist“ ein ungefährer Zeitraum ermitteln. So wurde im April 1932 in der Ausgabe Nr. 15, eine erste Mitteilung abgedruckt, die auf das Erscheinen der Broschüre hinweisen sollte.“ (Aus dem Nachwort). „Mit uns zum Freiheitskampf!“ wurde als Informations- und Agitations-Broschüre in einer Auflage von mindestens 4.000 Exemplaren gedruckt, gelangte aber nur kurzzeitig zur offenen Verteilung. Im Januar 1933 waren die Nazis an die Macht gelangt und illegalisierten jegliche anarchistische und syndikalistische Betätigung. Die vorliegende Broschüre war Jahrzehntelang verschollen.

Inhalt:Die Lage der arbeitenden Jugend

Die Jugendbewegung

Vor neuen Katastrophen

Die Syndikalistisch-Anarchistische Jugend Deutschlands (S.A.J.D.)

Aufgaben der arbeitenden Jugend im Klassenkampf :

– Wirtschaftlicher Kampf

– Erziehung zum Sozialismus

Gegen den Faschismus aller Spielarten

Für die soziale und rechtliche Besserstellung der Jugend in der Gesellschaft

Die S.A.J.D. und die Parteien

Alter und neuer Sozialismus

verlag | barrikade – Agitations-Heft #1

Mit uns zum Freiheitskampf!, 36 Seiten, A5, Preis pro Exemplar: 1,- € zuzüglich 1,- € Versandkosten (leider). 5 Expl. für 5,- € inkl. Porto (bei Bestellung mit Büchern oder der barrikade natürlich versandkostenfrei!). Bestellungen an: barrikade [at] gmx.org

Souchy 1974-TB (2)Erschienen im Dezember 2012:

Die soziale Revolution in Spanien. Kollektivierung der Industrie und Landwirtschaft in Spanien 1936 -1939

Dokumente und Selbstdarstellungen der Arbeiter und Bauern

Mit einer Besprechung von Karl Korsch

184 Seiten großes Format 163 x 235 mm und diversen Plakaten und Bildern – 10 Euro (inkl. Versand).

PDF-Ausgabe: 5.50 Euro. (Nach Zahlungseingang auf unserem Konto versenden wir das Buch an die angegebene email-Adresse).

»Gegenüber der »idealistischen« wie der »realistischen« Oberflächlichkeit der bürgerlichen Historiker ist der proletarische Leser immer noch auf den aufklärenden Bericht über die ersten sieben Monate sogenannter Kollektivierung im revolutionären Spanien angewiesen, der von den spanischen Arbeitern selbst veröffentlicht wurde, um die Verschwörung des Schweigens und der Entstellung  zu durchbrechen, die den wirklich revolutionären Aspekt der jüngsten spanischen Ereignisse fast völlig ausgelöscht hat.

Zum ersten Male, seit den Sozialisierungsversuchen in Sowjet-Rußland, Ungarn und Deutschland nach dem ersten Weltkrieg zeigt der hier beschriebene revolutionäre Kampf der spanischen Arbeiter einen neuen Typus des Überganges von der kapitalistischen zur gemeinwirtschaftlichen Produktionsweise, der, wenn auch unabgeschlossen, in einer beeindruckenden Vielfalt der Formen durchgeführt wurde. Es schmälert die Bedeutung dieser revolutionären Erfahrung nicht, daß alle diese Fortschritte der Arbeiterschaft auf dem Wege zu einer freien Gemeinwirtschaft in der Zwischenzeit entweder von außen durch den Vormarsch der Konterrevolution oder von innen durch die scheinbaren Verbündeten in der antifaschistischen Front zunichte gemacht wurden. Durch offene Unterdrückung oder – häufiger – unter dem Vorwand der »höheren Notwendigkeit« disziplinierter Kriegsführung wurden die Arbeiter gezwungen, auf die Früchte ihres Kampfes zu verzichten.

Zu einem großen Teil wurden die revolutionären Errungenschaften der ersten Stunde von ihren Initiatoren in dem vergeblichen Bemühen, damit das Hauptziel, den gemeinsamen Kampf gegen den Faschismus zu fördern, freiwillig geopfert. Trotzdem sind die Bemühungen der spanischen Arbeiter an der sozialen und wirtschaftlichen Front nicht völlig vergeblich gewesen.«

Karl Korsch

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